Das aktuelle Programm

Donnerstag, 10. Oktober 2019, 19 Uhr in der Stadthalle

VORTRAG von PROF. DR. JÖRN LEONHARD (Universität Freiburg) über "Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918 bis 1923"

Jörn Leonhard, Professor für Westeuropäische Geschichte an der Universität Freiburg, ist in der Kulturgemeinde kein Unbekannter. Er sprach 2014 über sein berühmtes Buch "Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkrieges", das schon bei seinem Erscheinen 2014 fünf Auflagen erlebte. Sein nächster großer Wurf war das jetzt herausgekommene Buch "Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918 bis 1923", in dem Leonhard fragt: Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten 1918 aus dem Krieg? Was für Vorstellungen verbanden sie mit dem Frieden und dem Versprechen einer neuen Ordnung? Wie verändert sich unser Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wenn wir nach dem globalen Charakter des Nachkriegs, der Jahre zwischen 1918 und 1923, fragen? Was bedeutete diese Zeitenwende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts? Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesellschaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen der Politiker. Zugleich führte er zu einer beispiellosen Dynamik von globalen Hoffnungen und Projektionen, die sich auf den künftigen Frieden bezogen. Doch die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erhoffte Friedensordnung im Zeichen des nationalen Selbstbestimmungsrechts, der Demokratie und einer kollektiven Sicherheitsarchitektur erwies sich als brüchig. Weder wurde der Nationalstaat zum Akteur kollektiver Sicherheit, noch wurde die Internationale der Friedenswahrung eine Realität. Aufbrüche und Untergänge, Revolutionen und fortdauernde Kämpfe verbanden sich mit der Suche nach Frieden und legten die hochfliegenden Erwartungen und die teils widersprüchlichen Versprechen ebenso offen wie die erdrückenden Probleme bei der Umsetzung und die Unterschiede zwischen den Annahmen in Paris und den Realitäten vor Ort. Ob im Blick auf untergehende Reiche und neue Staaten, ethnische Minderheiten oder das neue Massenphänomen von Flucht und Vertreibung: Aus der Art und Weise, wie der Krieg zu Ende ging, entstand ein schwieriges Erbe - bis in unsere Zeit.

Eintritt 12 Euro / Mitglieder 10 Euro / Schüler und Studenten 6 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 27. Oktober 2019, 18 Uhr in der Stadthalle

STUTTGARTER KAMMERORCHESTER - "Klänge aus Wien"

Das Stuttgarter Kammerorchester gastiert erstmalig in der Reihe der Konzerte der Kulturgemeinde in Gernsbach. Dabei werden im Programm "Klänge aus Wien" neben Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" weitere Werke Wiener Komponisten und als Hauptwerk Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht" op. 4 zur Aufführung kommen. Das im Jahr 1945 gegründete Stuttgarter Kammerorchester nimmt seit über 70 Jahren einen herausragenden Platz in der internationalen Orchesterlandschaft ein. Seinen ausgezeichneten Ruf erwarb sich das Orchester bereits unter seinem legendären Gründer und langjährigen Leiter Karl Münchinger. In dieser Zeit war das Orchester in erster Linie durch die Interpretation von Werken J. S. Bachs und W. A. Mozarts bekannt. Dennis Russell Davis erweiterte von 1995 bis 2006 als Chefdirigent das Orchesterrepertoire insbesondere um Werke des 20. Jahrhunderts. Das Stuttgarter Kammerorchester nimmt seine Aufgabe als musikalischer Botschafter durch eine intensive und weltweite Gastspieltätigkeit wahr. Nach Konzerten in Südkorea, Frankreich, Russland, Spanien, Nepal, China und Japan in den vergangenen Jahren unternahm das Orchester zuletzt Tourneen und Gastspielreisen nach Indien und Südamerika, in die Schweiz, nach Frankreich, Spanien und in die Niederlande. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde dem Stuttgarter Kammerorchester im Jahr 2008 der Europäische Kammermusikpreis der Europäischen Kulturstiftung verliehen.

Für das Konzert gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 3. November 2019, 18 Uhr in der Stadthalle

VORTRAG von FRAU DR. CORNELIA RENGER-ZORN, Gernsbach, über "Hexenverfolgung in Gernsbach - ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte"

Der Vortrag von Frau Dr. Renger-Zorn darf als Abschlussveranstaltung der Kulturgemeinde im Hinblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt Gernsbach gesehen werden, da er einerseits das regionale historische Interesse bedient, andererseits aber nun wieder den Blick auf den Hexenwahn in seiner europäischen Dimension ausweitet. In Gernsbach und Umgebung sind zwischen 1642 und 1644 fünf Fälle von "Hexen" bekannt: Catharina Weinmann sollte auf Befehl des badischen Markgrafen hingerichtet werden. Das konnte durch den Einspruch des mitregierenden Grafen von Eberstein verhindert werden. Aus der Haft kam sie aber nicht frei. Zwei weitere Beschuldigte wurden entlassen, da sie die Folter ohne Geständnis überstanden hatten. Rätselhaft bleibt der Tod einer kindlichen "Hexe" in Obertsrot. Der Dreißigjährige Krieg hatte Hunger und Elend gebracht, die Menschen suchten nach Schuldigen. Markgraf Wilhelm, der in Baden bereits Hunderte wegen Hexerei hatte hinrichten lassen, ergriff die Gelegenheit, sich auch in der Grafschaft Eberstein als starker Herrscher zu profilieren.

Eintritt 12 Euro / Mitglieder 10 Euro / Schüler und Studenten 6 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Mittwoch, 13. November 2019, 19 Uhr in der Stadthalle

TIM PRÖSE liest Mario Adorf: ZUGABE

Im Alter von fast 90 Jahren schaut der große Schauspieler Mario Adorf zurück auf ein abenteuerliches Leben voller Triumphe am Theater, im Film und im Fernsehen. In zahlreichen und intensiven Gesprächen mit dem Autor Tim Pröse, ehemals Chefreporter der Münchner Abendzeitung und Redakteur des Focus sowie Autor zahlreicher Bücher und zeitgeschichtlicher Reportagen und Porträts, spricht Mario Adorf über seine Arbeit und sein Leben besonders der letzten Jahre, über Glücksmomente und Enttäuschungen, über Deutschland, Frankreich und Italien, über den Beruf des Schauspielers, über Frauen seines Lebens, über den Tod seiner Mutter, über seine Freunde und seine Kollegen von Helmut Dietl oder Götz George bis zu Bernd Eichinger. Tim Pröse gelingt es, Adorfs Stimmungen einzufangen und vergrabene Gefühle und Geschichten ans Licht zu holen, sodass die persönlichen Begegnungen mit dem Weltstar zu einer Lebensbilanz Adorfs gerinnen, die niemanden unberührt lässt.

Eintritt 12 Euro / Mitglieder 10 Euro / Schüler und Studenten 6 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 17. November 2019, 18 Uhr in der Stadthalle

FAURÉ QUARTETT

Die Anforderungen haben sich verändert. Wer heute Kammermusik spielen will, kann sich nicht mehr auf das beschränken, was noch vor ein paar Jahrzehnten die Regel war. Die Ansprüche an die Vielfalt des Repertoires sind gewachsen und das schafft Freiräume für Ensembles wie das Fauré Quartett, das sich innerhalb weniger Jahre als weltweit führendes Klavierquartett ausgewiesen hat. Sie erforschen neue Klangfelder der Kammermusik und bringen Kompositionen auf die Bühne, die bislang oft beiseitegelassen wurden. So werden im Programm des Konzertabends neben den berühmten Klavierquartetten von Robert Schumann (op. 47) und Johannes Brahms (op. 26) Sätze aus Sergej Rachmaninows "Études tableaux" neu zu entdecken sein. Im Jahr 2010 bekam das Ensemble den ECHO Klassik für "Klassik ohne Grenzen" verliehen. Das Spektrum der Ehrungen reicht vom Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, dem Ensemblepreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und internationalen Wettbewerbspreisen über die Deutsche Schallplattenkritik bis hin zum Brahmspreis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein 2012 und dem Musikpreis der Stadt Duisburg 2012. Die Kulturgemeinde Gernsbach freut sich darüber, dass es nun schon zum fünften Mal gelungen ist, dieses weltberühmte Kammermusikensemble nach Gernsbach einzuladen.

Für diesen Abend gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 8. Dezember 2019, 18 Uhr in der Stadthalle

SALAPUTIA BRASS - "Süßer die Glocken nie klingen"

Auf weihnachtliche Bläserklänge vom Feinsten können sich die Konzertbesucher des Weihnachtskonzerts der Kulturgemeinde Gernsbach freuen. Dargeboten von 12 jungen hervorragenden Blechbläsern, den Mitgliedern von Salaputia Brass, erklingen besinnliche und frohe Weihnachtsweisen, angefangen von Georg Friedrich Händel über Johann Sebastian Bach und Engelbert Humperdinck bis hin zu eigenen Arrangements und Bearbeitungen des Ensembles. Die zwölf Mitglieder haben feste Engagements bei deutschen Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, der Staatsoper Hamburg, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Gürzenichorchester Köln oder am Theater Augsburg. Salaputia Brass tritt sowohl national als auch international ca. 20 Mal pro Jahr öffentlich auf. Das Ensemble spielt regelmäßig bei Musikfestivals, u. a. beim Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Musikfest Mecklenburg-Vorpommern und den Aschaffenburger Bachtagen. Seit der Eröffnung der Elbphilharmonie trat Salaputia Brass bereits zweimal im ausverkauften großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg auf. International gastierte das Bläser-Ensemble unter anderem in Mexiko-City, Washington D. C., Frankreich und in China.

Für diesen Abend gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei