Programm der 1. Jahreshälfte 2020

Sonntag, 26. Januar 2020, 18 Uhr in der Stadthalle

SIMON HÖFELE (Trompete) und FRANK DUPREE (Klavier)

"Ein junger, wilder Trompeter", so wurde Simon Höfele von MDR Klassik genannt. Der 25-Jährige ist einer der erfolgreichsten Trompeter der jungen Generation, unter anderem als "Rising Star" der ECHO (European Concert Hall Organisation). Seine solistische Konzerttätigkeit führt ihn in dieser Saison nicht nur nach Gernsbach, sondern etwa auch ins Concertgebouw Amsterdam und in die Elbphilharmonie. Frank Dupree wurde zunächst als Jazz-Schlagzeuger ausgebildet, um sich später voll und ganz dem klassischen Klavierrepertoire zuzuwenden. Seither widmet er sich mit großer Begeisterung auch der Musik des 20. Jahrhunderts sowie den Werken zeitgenössischer Komponisten. 2018 gewann er den Opus-Klassik-Preis in der Kategorie "Konzerteinspielung des Jahres (20./21. Jahrhundert)". Unter anderem konzertierte Dupree bereits mit dem London Philharmonic Orchestra.

Zu hören sind am 26. Januar die Trompetensonate von Paul Hindemith, "Une barque sur l'océan" von Maurice Ravel, die "Légende" von George Enescu, drei Präludien und "An American in Paris" von George Gershwin sowie Werke von Gabriel Pares und George Antheil.

Für das Konzert gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt (Abendkasse) 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Dienstag, 10. März 2020, 19 Uhr in der Stadthalle

"Zum Überleben müssen wir unsere Ozeane retten". VORTRAG von FRANK SCHWEIKERT (Deutsche Meeresstiftung Hamburg)

Frank Schweikert, Meeresbiologe, Journalist, Gründer und Vorstand der Deutschen Meeresstiftung sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung e. V. und anderer mit dem Klimawandel beschäftigter Organisationen, ist aktiv in der Umweltkommunikation und spezialisiert auf den Lebensraum Meer. Er erforscht die Auswirkung des Klimawandels auf das Ökosystem Meer. Für ihn sind unsere Ozeane für das Überleben der Menschen auf dem Planeten Erde der wichtigste Lebensraum. Wir Menschen verändern unsere Ozeane derzeit in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit: Durch die Verbrennung fossiler Energiequellen werden sie sauer und zu warm, und durch den fortschreitenden Klimawandel steigt der Meeresspiegel global. Durch Überfischung, Überdüngung über die konventionelle Landwirtschaft, durch Meeresmüll, Energiegewinnung und Tiefseebergbau bedrohen wir massiv das Leben in unseren Ozeanen. Wir könnten unsere Ozeane vor dem Tod bewahren, wenn wir nur bereit wären, das bereits vorhandene Wissen in konkretes Handeln umzusetzen. Frank Schweikert berichtet an Hand von Beispielen über die Verunreinigung durch Plastik und über die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge des Ökosystems Meer. Er glaubt, dass es in unserer Demokratie mit den richtigen politischen Entscheidungen immer noch möglich sei, die derzeit wachstumsorientierte Wirtschaft aus der Sackgasse in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu überführen, um damit unsere Ozeane vor dem Kollaps zu bewahren, der auch das Ende der Menschheit auf dem Planeten Erde bedeuten würde.

Eintritt 12 Euro / Mitglieder 10 Euro / Schüler und Studenten 6 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 15. März 2020, 18 Uhr in der Stadthalle

VIVIANE CHASSOT (Akkordeon) und VOGLER QUARTETT

Eine Premiere für das Murgtal wird die außergewöhnliche und reizvolle Kombination der unterschiedlichen Instrumente beim März-Konzert sein: Klassische Kammermusik, bei der sich die vertrauten Klänge des Streichquartetts mit den faszinierenden Klangfarben eines virtuos gespielten Akkordeons vermischen. Die Schweizerin Viviane Chassot lässt bei ihren Bearbeitungen Fantasie walten, aber auch Respekt vor dem Original. Ob sie nun Musiktheater macht oder gemeinsame Konzerte mit einem Zither-Spieler: Vor allem spielt sie klassische Musik, auf CD beispielsweise zusammen mit der Camerata Bern. Das Vogler Quartett spielt seit 34 Jahren in unveränderter Besetzung. Als erstes freies Streichquartett der DDR gewann es 1986 den ersten Preis beim renommierten Wettbewerb in Evian. Seitdem bespielt es nahezu alle wichtigen Konzertpodien der Welt und ist dabei stets auch offen für neue Wege in der Kammermusik - wie nun in Gernsbach an der Seite eines Akkordeons. Auf dem Programm stehen unter anderem das Klavierkonzert KV 413 von Wolfgang Amadeus Mozart, das "Rasumowsky"-Quartett op. 59/1 von Ludwig van Beethoven, die Bagatellen op. 46 von Antonín Dvořák und die "Tango Sensations" von Astor Piazzolla.

Für das Konzert gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt (Abendkasse) 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Sonntag, 26. April 2020, 18 Uhr in der Stadthalle

QUATUOR VOCE

Dieses Streichquartett aus Frankreich gehört nach Auffassung der Süddeutschen Zeitung weltweit zu den Spitzenensembles. Die vier Musiker, die sich 2004 zusammengetan haben, sind ausgesprochen experimentierfreudig und begleiten auch schon mal einen Stummfilm oder arbeiten mit Vogelstimmen-Imitatoren zusammen. Auf CD eingespielt haben sie bisher nicht nur das übliche Quartett-Repertoire, sondern etwa auch mittelalterliche Liebeslieder zusammen mit einer Jazz-Sängerin.

Am 26. April wird Quatuor Voce Musik aus drei Jahrhunderten erklingen lassen: eine "Fantasia" von Henry Purcell, Franz Schuberts monumentales Streichquartett Nr. 15 und das Streichquartett Nr. 2 von Benjamin Britten.

Für das Konzert gibt es einen Vorverkauf in den Filialen der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und im Kulturamt der Stadt zu ermäßigten Preisen.

Eintritt (Abendkasse) 20 Euro / Mitglieder 17 Euro / Schüler und Studenten 10 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei

 

Mittwoch, 6. Mai 2020, 19 Uhr in der Stadthalle

LESUNG von KARL-HEINZ OTT aus seinem Essayband "Hölderlins Geister" anlässlich des 250. Geburtstags Friedrich Hölderlins

Im Jahr 2020 erblickten vor 250 Jahren zwei Ausnahmekünstler sowohl in der Musik als auch in der Dichtkunst das Licht der Welt: Ludwig van Beethoven und Friedrich Hölderlin. Von den zu diesen Jubiläen erschienenen Büchern seien zu Hölderlin zwei kluge Werke hervorgehoben: die erhellende und profunde Biographie von Rüdiger Safranski "Komm ins Offene, Freund" und der Essayband "Hölderlins Geister" von Karl-Heinz Ott, der sich vor allem der Wirkungsgeschichte und Rezeption Hölderlins widmet. Götter, Nazis, Marxisten und Revolutionäre spuken durch Hölderlins Wirkungsgeschichte. Er wurde von allen vereinnahmt. Karl-Heinz Ott vermag diese Paradoxie dadurch aufzulösen, dass er Hölderlins Bildungsentwicklung im Kreise von Hegel und Schelling, mit denen Hölderlin im Tübinger Stift in einer Art WG lebte, in den Blick nimmt. Wie Hegel und Schelling lehnt Hölderlin die rationalistische Vermessung des Daseins durch die Aufklärung ab; sein Weg führt jedoch nicht wie jener der beiden Mitbewohner zu einem philosophischen Systemprogramm, sondern zum Poetischen als Lobpreis des Universalismus und Idealismus. In der Erinnerung an die große Vergangenheit der griechischen Helden und olympischen Götter wird bei Hölderlin Dichtung zur "Lehrerin der Menschheit", zur poetischen Antriebskraft, die weltschaffend ist, wenn sie von einer neuen Zeit und Ordnung kündet. Diese utopische Ankündigung einer neuen Welt machte den Dichter und sein Werk nach Karl-Heinz Ott auch so anfällig, von linken und rechten Geistern besetzt zu werden.

Eintritt 12 Euro / Mitglieder 10 Euro / Schüler und Studenten 6 Euro / Kinder unter 15 Jahren frei